Das Onkologie-Institut Cluj gewinnt den ersten Preis auf dem Patientensicherheitsgala 2025
26. Nov 2025
Das Onkologie-Institut „Prof. Dr. Ion Chiricuță“ in Cluj-Napoca hat den Ersten Preis in der Kategorie Prävention und Kontrolle von nosokomialen Infektionen (HAI) bei der Patientensicherheitsgala 2025 gewonnen. Die Auszeichnung würdigt ein Projekt von fast 6 Millionen Euro, das vollständig durch Rumäniens Nationalen Erholungs- und Resilienzplan (PNRR) finanziert wird und verändert die Art und Weise, wie nosokomiale Infektionen im Krankenhaus verhindert, überwacht und kontrolliert werden.
Ein Komplexes Projekt: Moderne Infrastruktur, Fortschrittliche Technologie und eine Integrierte Digitale Plattform
Koordiniert von Dr. Delia Herghea, Primärversorgungsepidemiologin, vereint das Projekt drei Hauptpfeiler:
1.
Entwicklung eines neuen Mikrobiologielabors, das in der Lage ist, schnelle, automatisierte und hochwertige Daten für die Infektionsüberwachung und -forschung bereitzustellen.
2.
Ausstattung des Krankenhauses mit modernster Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationstechnologie, einschließlich autonomer UV-C-Roboter, automatisierter Bodenreinigungsmaschinen, einem Plasmasterilisator, Ultraschallwaschanlagen und einem modernisierten Sauerstoffversorgungssystem.
3.
Implementierung einer integrierten digitalen Rückverfolgbarkeitsplattform, unterstützt durch RFID, die in Echtzeit überwacht:
- Patientenbewegungen,
- den gesamten Lebenszyklus sterilisierter chirurgischer Instrumente,
- alle Reinigungs- und Desinfektionsaktivitäten.
Dieses digitale System sammelt automatisch Daten aus allen Abteilungen, reduziert Infektionsrisiken, stärkt die Qualitätskontrolle und unterstützt bei Bedarf schnelle klinische Interventionen.
RFID für Patienten und Instrumente: Sicherheit und vollständige Rückverfolgbarkeit
Patienten erhalten RFID-Armbänder mit einer eindeutigen Kennung und einem farbcodierten Mobilitätsstatus – entscheidend zur Sturzprävention und Notfallräumung. RFID-Antennen im gesamten Krankenhaus orten jeden Patienten alle zwei Sekunden und liefern wesentliche Daten für die Infektionskontrolle, einschließlich der schnellen Identifizierung von Kontaktpersonen.
Chirurgische Instrumente werden digital von der Sterilisation bis zum Einsatz beim Patienten verfolgt, im Einklang mit nationalen Rückverfolgbarkeitsvorschriften, wodurch Papierprotokolle eliminiert und operationale Risiken verringert werden.
Digitalisierte Reinigung: Kontinuierliche Überprüfung und Messbare Qualität
Alle Reinigungsaktivitäten werden digital erfasst. Reinigungspersonal verwendet mobile Geräte mit Barcodes, während Stationsleitungen Reinigungsaktivitäten direkt von der Plattform aus planen, überprüfen und wiederholte Reinigungen anfordern können. Das System verknüpft auch Reinigungsaktivitäten mit mikrobiologischen Probenahmen, was eine präzisere und datengesteuerte Umweltkontrolle ermöglicht.
Das Mikrobiologielabor: Ein Schritt in Richtung Automatisierter Infektionsüberwachung
Nach Inbetriebnahme wird das hauseigene Mikrobiologielabor:
- übertragen Sie diagnostische Daten automatisch an die Plattform,
- generieren Sie Echtzeitwarnungen für Kliniker,
- verbessern Sie die diagnostische Genauigkeit,
- und unterstützen Sie fortgeschrittene Forschung basierend auf internen Datensätzen.
Ein Leidenschaftsgetriebenes Projekt mit nationalem Einfluss
Das Projekt sticht national durch die Integration von drei digitalen Arbeitsabläufen hervor – Patienten, Instrumente und Reinigung – über 522 Betten des Instituts hinweg. Die Umsetzung erfolgte ohne finanzielle Boni für das Personal; die Motivation basierte ausschließlich auf beruflichem Engagement.
Die Auszeichnung bestätigt den innovativen Charakter des Projekts und legt den Grundstein für zukünftige Digitalisierungs- und Modernisierungsinitiativen.
Über Dr. Delia Herghea
Dr. Delia Herghea, eine leitende Epidemiologin am Onkologie-Institut seit 2002, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Infektionsprävention, Qualitätsstandards, Patientensicherheit, Informationssystemmanagement und Antibiotika-Stewardship. Als Projektleiterin überwachte sie die Integration der Qualitätsanforderungen der ANMCS, gesetzlicher Standards und neuer digitaler Infrastruktur und spielte eine Schlüsselrolle im Erfolg des Projekts.